FALSCH! Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Sanktionen zu mehr Motivation oder Arbeitsvermittlungen führen, im Gegenteil. Eine Studie von sanktionsfrei e.V. zeigte, dass die Sanktionen vor allem zu psychischen Belastungen, Ängsten und Druck führen, aber weder motivierend noch „abschreckend“ wirken (vgl. Sanktionsfrei e.V. 2022).
Worüber sprechen wir bei Sanktionen eigentlich? Letztendlich sind es Geldkürzungen, die verhängt werden, wenn gegen die „Mitwirkungspflichten verstoßen wird.
“Meldeversäumnis”: Termin verpasst -> 30% Kürzung für einen Monat
„Pflichtverletzung“: Ablehnung oder Abbruch eines Jobs oder Maßnahme -> 30% Kürzung für 3 Monate (vgl. SÜDKURIER 2025)
70% aller Sanktionen werden aufgrund von Terminversäumnissen verhängt (vgl. STEINHAUS/CORNELSEN 2023, S 160). Schon ein verpasster Termin kann dazu führen, dass man UNTER dem Existenzminimum leben muss. Und da sind wir schon beim Kern des Problems: Wenn etwas als Existenzminimum zählt, darf dies nicht gekürzt werden, denn Menschen unterhalb des Existenzminimums (und ihre Kinder, Angehörigen, Partner*innen etc. gleich mit) zu zwingen, ist menschenunwürdig! Dazu kommt, dass ein Großteil der verhängten Sanktionen rechtswidrig sind, allerdings sind Wissen, Zeit und Kapazitäten nötig, um dagegen angehen zu können (vgl. ebd., S.206).